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Gepostet by on Sep 5, 2013 in Eifersucht | 2 Kommentare

Irene und die Eifersucht

Irene hat angerufen, Irene möchte ihre Eifersucht bekämpfen.

Sie hat aber nicht viel Zeit, sie ist selbständig, muss viel arbeiten, doch Dienstag nächster Woche, da geht was und zwar von 10 bis 14 Uhr. Der Termin steht, ich freue mich.

Eifersucht ist mittlerweile mein Lieblingsthema,  die Mehrzahl  meiner eifersüchtigen Klienten sind Frauen, bildschöne Frauen, schön anzusehen, gebildet, Frauen die auf ihr Äusseres und auf ihre Figur achten. Aussehen ist ihnen unheimlich wichtig. Sie sind fokussiert darauf. Und jede andere, auch wenn sie nicht so toll aussieht, ist Konkurrenz.

Es ist Dienstag, eine bildschöne Frau betritt die Praxis, stellt sich vor. Es ist Irene.

1 ½ Stunden Anreise mit dem Auto, sie ist gespannt was nun kommt.

Erst mal aufs Klo, bei Aufregung spielt die Blase verrückt, dann setzt sie  sich in einen meiner beiden kunstledernen Cocktailsessel .

Zwischen uns nur der kleine Tisch mit Platz für 2 Gläser, ein Getränk und die Tischdeko.

Ich eröffne das Gespräch mit dem typischen ‚mögen Sie ein Glas Wasser ?’

Irene lehnt dankend ab und fängt an zu erzählen.

Irgendwie ist es ihr peinlich, Sie hat noch nie mit jemanden offen über das Thema geredet, aber jetzt sprudelt es aus ihr heraus.

Ihr Mann  ist beruflich erfolgreich, Haus, Autos, 3 Kinder, wohlhabend, Unternehmer, geachtet, angesehen, überall gern gesehen und oft, sogar sehr oft geschäftlich unterwegs.

In Kürze ist Messe, 4 lange Tage ist er dann im Wellness-Hotel, mit dabei sein Sekretärin, eine hübsche junge Frau.

Da Irene oft mit dabei war, weiß sie, wie andere Menschen, andere Frauen auf ihren Mann reagieren, ihn bewundern, ihn belagern.

Und wenn er sich zu oft, zu lang, zu freundlich mit andren Damen unterhält, dann wird sie eifersüchtig, wird unruhig, verdreht die Augen, wird schnippisch, ungnädig und man sieht es ihr an.

Vor allem Er sieht es ihr an und er hat kein Verständnis dafür, er liebt seine Frau, war ihr immer treu.

Du musst dich gerade melden, sagt er, du hast überhaupt keinen Anlass mir zu misstrauen.

Ich dagegen könnte…

Langsam kommt ein kleines Geheimnis zutage.

Es ist schon ein paar Jahre her, da hat Irene einen anderen Mann kennengelernt. Er war charmant, gefällig, ein aufmerksames und liebenswertes  Gemüt und es wurde mehr daraus, für ein paar Monate, unbemerkt im Verborgenen.

Als sie die Beziehung beenden wollte gab es jedoch Probleme, und um einen Schlussstrich zu ziehen ging sie den direkten Weg und gestand es ihrem Mann.

Dieser reagierte bemerkenswert:  Ok, Schwamm drüber, ich liebe dich und möchte mit dir zusammenbleiben, ich verzeihe dir.

Super Reaktion, kann ich nur bewundern.

Das meint er also damit, wenn er sagt, er hätte doch eher Anlass eifersüchtig zu sein.

Langsam wird mir der Zusammenhang klar, eine mögliche Ursache für die Eifersucht.

Ein Partner ist  fremdgegangen und hat nun Angst, dass der Andere es auch tut.

Angst vor einer Revanche, vor Verletzung, Verlustangst.

Was passiert denn, wenn Ihr Mann sie verlässt ?

Stehen sie dann auf der Strasse, sind sie mittellos, obdachlos, kommen nicht zurecht ?

Nein das ist es nicht, Irene steht mitten im Leben, ist trotz ihrer 3 Kinder – die Älteste ist 21 – beruflich sehr aktiv und finanziell unabhängig. Existenzangst scheidet schon mal aus.

Wir machen eine kleine Übung, Augen zu, Eifersucht im Körper lokalisieren, bei ihr in der Brust,

dem Gefühl eine Form, eine Farbe, eine Konsistenz geben, raus aus dem Körper, das Objekt nach Lust und Laune im positiven verändern und dann wieder rein in den Körper.

Irene macht mit und – oh Wunder – das fühlt sich plötzlich ganz anders an, viel besser.

Tolle Sache, hat mal wieder funktioniert, wie so oft, das Eis ist gebrochen.

Wir gehen diverse Strategien durch, was sie alles tun kann, wenn sich eifersüchtige Gedanken ausbreiten und körperliches Unbehagen auslösen. 3 Sachen werden von Irene für gut befunden. Diese soll sie ab sofort täglich anwenden.

Mittlerweile sind gute 2 ½ Stunden rum, wir verstehen uns prima, die Chemie stimmt und ich frage ob wir nun mit der Hypnose beginnen sollen.

Raus aus dem Cocktailsessel, Terrassentür auf und ein wenig frische Luft schnappen und dann rein in den Relaxsessel.

Der Sessel hat 2 Lautsprecher, die über Funk angesteuert werden.

Früher hab ich gerne gemafreie Musik dudeln lassen, bis der Student kam. Der wollte lieber Naturgeräusche hören, also legte ich die CD Meeresrauschen und Möwengeschrei ein.

Was für ein Erfolg – der Typ wurde fast komatös, war so was von begeistert, Zitat: Echt geil, war wie Gehirnsurfen. Seit dem nehme ich die CD kaum noch aus dem Player raus.

Irene ist aufgeregt, hat noch nie Hypnose gemacht, kennt nur ein paar Sachen aus dem Fernsehen.

Also folgt ein aufklärendes Gespräch.

Hypnose erkläre ich gerne, indem ich erzähle was Hypnose NICHT ist, also kein Schlaf, keine Bewusstlosigkeit, kein willenloser Zustand.

Sagt ein Klient zu mir: War das Hypnose ? Ich war ja gar nicht weg.

Meine Antwort: Gott sei dank, sonst hätte ich mir das ganze Gerede ja sparen können.  So tasten wir uns langsam ran, an das was kommt.

Ich kombiniere Hypnose gerne mit Entspannung, damit der Klient wenigstens ein bisschen was fühlt, spürt, das was passiert.

 

Irene ist jetzt bereit, schließt ihre Augen, welche sich nach wenigen Sätzen schon nicht mehr öffnen lassen, tiefe Entspannung, Verlust des Körpergefühls, ruhige Bauchatmung, rote Bäckchen, einfach nur schön.

Auch ich gehe mit, mit in die Trance, ist irgendwie ansteckend.

Einleitung, Vertiefung, Codewort installieren, Hypnoseausleitung, Gespräch.

Nächste Hypnose, diesmal Einleitung mit Codewort, vertiefen, vertiefen, vertiefen gefolgt von der Hypnoseausleitung und 3 Kurzhypnosen, je ca. 1 Minute als Training.

Wow, dass funktioniert ja, unglaublich, Hypnose innerhalb weniger Sekunden.

Irene ist erstaunt, ich bin zufrieden.

Manchmal denke ich an die Anfangszeit zurück, als ich meine ersten Sitzungen gemacht habe. Da war dieser durchtrainierte Physiotherapeut.

Damals gefiel mir die Fixationsmethode  so gut, mit Pendel oder mit Kugelschreiber:  Konzentrier dich nur auf diesen Punkt und auf meine Worte…. und du spürst ganz deutlich, wie deine Augenlider schwerer werden, schwerer und immer schwerer.

War gut gemeint, aber das einzige was schwerer wurde war mein Arm und die Hand mit dem Kugelschreiber vor seinem Gesicht, die dann irgendwann anfing zu zittern,

auf jeden Fall nicht seine Augenlider.

Das sind so die Geschichten, wenns mal nicht funktioniert.

Damals war mir das unangenehm, heut geh ich anders damit um.

Wenn was nicht klappt, mach was anderes, und wenn etwas klappt, dann mach mehr davon..

Die Klienten sind auf jeden Fall immer im Vorteil, die wissen schon was, wie ich aussehe, wie die Praxis eingerichtet ist, steht alles auf der Webseite, kann jeder reinschauen, und ich, ich weiß gar nichts.

Nur wer kommt, oder auch nicht,

und manchmal hab ich sogar Lampenfieber, diese Kribbeln im Bauch, wegen einer ganz normalen Sitzung. Ist schon komisch.

Weiter geht’s mit Irene, irgendwie hat sie Spaß daran gefunden, macht jetzt richtig gut mit,

geht wieder in Trance und wir kommen zur Sache, mit Suggestionen, klaren Anweisungen an ihr Unbewusstes, nämlich  die Dinge neu zu bewerten.

Und das klappt gut, Stück für Stück, ein Gefühl nach dem anderen, Selbstwert, Optimismus, Selbstbewusstsein, positive Einstellung, Vertrauen und was so anliegt.

 

Innere Stärke erleben, eine tolle Einlage, kommt eigentlich aus der Showhypnose, will ich jetzt mit einbauen:

Dein Arm schwebt in der Luft, wird steif und fest wie eine Eisenstange, lässt sich nicht herunterdrücken, symbolisiert deine innere Stärke.

Denkste – geht voll in die Hose.

Irene ist dermaßen entspannt, der Arm benimmt sich wie weichgekochte Spagetti.

Da schwebt nichts, da ist keinerlei Muskelspannung, die Frau ist irgendwie ganz weit weg.

Ist aber kein Beinbruch, alles geschieht wie es für den Klienten heute wichtig und richtig ist.

Also Hypnoseausleitung und Nachgespräch.

 

Sie ist richtig gut drauf, irgendwie zufrieden.

Schon das Vorgespräch war hilfreich und sie ist bereit zu Hause weiterzumachen.

Eine Kurzhypnose hab ich ausgedruckt, kann sie auswendig lernen und täglich anwenden.

Für die faulen Momente im Leben gibts dasselbe nochmal als CD.

 

Sie erzählt, ihre Tochter hat auch Problem, eigentlich dasselbe, ist eifersüchtig und wenns es bei ihr funktioniert,  ob Ihre Tochter dann auch mal kommen kann.

Ich rate ihr zu einer Bedenkzeit, weil 21 Jahre jung, keine Erfahrung mit Beziehung,

eventuell spätpubertäres Gefühlschaos. Das ist kein Fall für Hypnose, sondern ein rantasten an den Umgang mit dem Partner.

Vielleicht gehört der Freund der Tochter auch zum Clan der Jäger und Sammler, also alles was bei 3 nicht auf den Bäumen ist wird  vernascht…

und das die Tochter dann nicht begeistert  ist, das ist doch klar.

In diesem Sinne, die Sitzung ist beendet, waren fast 5 Stunden, Irene fährt heim.

Ich bin zufrieden, hab ein gutes Gefühl, so kann es weitergehen.

2 Kommentare

  1. Was für ein erfrischender Bericht zum Alltag eines Hypnotiseurs. Ja, Eifersucht ist weitverbreitet und Hypnose kann da wirklich gut helfen. Weiterhin viel Spaß und Erfolg bei der Arbeit.

  2. Was für ein erfrischender Bericht aus dem Alltag eines Hypnotiseurs. Ja, Eifersucht ist weit verbreitet und Hypnose kann da wirklich gut helfen. Weiterhin viel Spaß und Erfolg bei der Arbeit.

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