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Gepostet by on Sep 13, 2013 in Nichtraucher | Keine Kommentare

Geschichten rund ums Nichtraucher werden mit Hypnose

Frau F. , das Sektchen und das Zigarettchen oder wie man ganz schnell Nichtraucher mit Hypnose wird

Ich hab inseriert, in der Tageszeitung,
am Samstag, Nichtraucher durch Hypnose, auf der Titelseite, farbig, zitronengelb, schweineteuer.
Ich weiß ja, dass inserieren wenig bringt, aber ich will neue Klienten, Raucher, viele Raucher.

Und die Anzeige kann man nicht übersehen, wenn man hinschaut, einen das Thema interessiert, wenn man zufällig an diesem Tag die Zeitung kauft und zufällig genau heute drüber nachdenkt mit dem Rauchen aufzuhören.

Ich hab die Zeitung sogar abboniert, bin stolz auf mein Inserat und sitze nun am Telefon und warte, dass das Gerät heißläuft.

Nichts passiert, gar nichts, das Wetter ist wohl zu schön, vielleicht lesen Raucher ja nur die Bild, oder sehen die Anzeige gar nicht, vor lauter Qualm, oder wollen gar nicht aufhören. Schade, dabei ist es so leicht und einfach mit dem Rauchen aufzuhören

Es klingelt, Herr L. aus L. hat die Anzeige gelesen und möchte ein unverbindliches Vorgespräch.
Ich bin mir sicher, dass ich ihn überzeuge und lade ihn herzlich ein.
Ein paar Tage später erscheint er pünktlich zum Termin, erzählt mir, dass er zur Zeit viel Zeit hat, arbeitslos ist, aber schon was Neues in Aussicht hat. Er sei gut, sehr gut, nur manche wüssten seine Qualitäten nicht zu schätzen, viel Erfahrung, er ist über 50.

Rauchen ist nicht wirklich das Thema, als ich nachhake stelle ich fest er will nur reden.
Eine Stunde rum, Flasche Wasser leer, 2 Gläser abwaschen, der kommt nicht wieder.

Inserieren bringt nichts sagt meine Frau, trotzdem klingelt das Telefon,

Frau F. ist dran. Möchte sich mal erkundigen, wie das funktioniert mit der Hypnose und ob sie dabei schläft, sich an nichts erinnern kann, vergisst, dass sie jemals geraucht hat. Ich kann hören, dass sie nebenbei raucht und ihren Sekt schlürft, doch sie steht dazu, bedankt sich fürs Gespräch und sagt sie meldet sich wieder.

Tatsächlich, es sind gefühlt zwar mindestens 3 Monate vergangen, aber die markante Stimme von Frau F. ist eindeutig zu erkennen. Sie möchte einen Hypnosetermin, Nichtrauchersitzung, und sie bekommt Ihn.

Irgendwie bin ich kribbelig, bei Älteren, so ab 65 soll es ja schwieriger werden in Hypnose zu gehen.
Frau F. ist 73, kennt sich aus im Leben, gehört zu den Menschen, die es zu was gebracht haben und sich auch im Rentenalter fast jeden Luxus leisten können.
Und so sagt sie auch ganz frei raus was sie denkt.
Also junger Mann ( ich bin über 50 !!!), besonders sympatisch sind sie mir ja nicht,
im Gegensatz zu meinen Ärzten, Herr Dr. Sowieso und Sowieso…
kennen Sie die ?
Nein, kenne ich nicht sage ich und denke mir, wieso soll ich Onkologen kennen, hatte bisher noch keinen Krebs.

Frau F. führt das Gespräch, ich höre ihr zu um im richtigen Moment das Ruder rumzureißen und zum Thema Rauchen aufhören zu kommen.
Ich frage nach dem Ziel, dass sie erreichen möchte und ob Sie nie wieder rauchen möchte.
Quatsch – sie fährt für 8 Wochen in den Süden, trifft sich am Urlaubsort mit 40 Freunden aus der gesamten Republik und sie ist die einzige Raucherin. Sie muss immer rausgehen um eine zu rauchen und das will sie nicht.
Aber nach dem Urlaub oder beim ‚Golfen’ überlegt sie sich das noch mal.
Auf jeden Fall, nie wieder rauchen kommt nicht in Frage.
Das ist doch so schön, das Zigarettchen zum Sektchen…

Der Versuch die Wohlgefühle beim Rauchen zu erklären, aufzudecken warum was passiert, wird mit einer Handbewegung weggewischt.
Sympathisch bin ich ihr nicht, wirklich Nichtraucher werden will sie auch nicht, was tun ?

Die rettende Idee: Das Wort HEUTE

Ich frage, ob Frau F. bereit ist HEUTE nicht zu rauchen und ob Sie gewillt ist die Suggestion
HEUTE IST MIR RAUCHEN VÖLLIG GLEICHGÜLTIG solange täglich zu wiederholen, bis sie ganz bewusst und willentlich entscheidet doch wieder zu rauchen.
Sie stimmt zu und wir haben doch noch einen gemeinsamen Nenner gefunden.

Ich erkläre kurz Hypnose, sie kennt Hypnose, war schon mal bei einer Gruppensitzung,
bei Dr. Sowieso, in den Räumlichkeiten der Krankenkasse, hat super funktioniert.
Solange bis Sie Stress hatte und dann hat sie wieder angefangen und das will sie sich natürlich auch diesmal offen halten, wenn sie wieder Stress hat, rauchen, Zigarettchen, Sektchen, Kognak…

OK, der Klient schafft an, kriegt genau das, was er will, was anderes geht eh nicht.

Also Hypnoseeinleitung, Augenschluss, Vertiefung,
Entspannung testen, weiter vertiefen, testen, vertiefen, der Kopf neigt sich zur Seite, sie schläft.

Das habe ich nicht beabsichtigt, hab ich auch irgendwie nicht zu verantworten, aber nach Sekt und Kognak würde ich bestimmt auch ganz müde werden.
Also weiter im Text, die Sitzung durchziehen, etwas lauter reden, damit was ankommt.
Wenigstens sind das Bewusstsein und der berühmte Kritikfaktor jetzt ausgeschaltet.
Ich komme zum Ende, meine Stimme wird immer lauter, Hypnoseausleitung,
frisch und wach, ausgeruht und erholt, doch nichts passiert.

Ich schaue auf die Atmung, atmet sie ?
Hoffentlich ja, bisher ist mir noch keiner auf dem Stuhl entschlafen – ja sie atmet.
Ich stehe auf, öffne die Terrassentür, ein kühler Wind weht durch den Raum.
Mit lauter fester Stimme wiederhole ich die Hypnoseausleitung, zweimal, dreimal,
du fühlst dich wohl, frisch, ausgeruht und erholt, wie nach einem langen ausgiebigen Schlaf.

Endlich, sie öffnet Ihre Augen, kommentiert:
Ich bin mal kurz eingenickt, hab alles wie durch einen Nebel gehört, ist das ok ?
Optimal sage ich, da war Ihr Kritikfaktor ja ganz abgeschaltet, hat nichts geblockt und ich hab mich auch ganz klar an die Vereinbarung gehalten.
Die Suggestion war: HEUTE ist mir rauchen völlig gleichgültig.

Sie bedankt sich, zahlt, entschwindet mit der Hypnose-CD, den Begleittext lässt sie liegen.
Die Quittung ist wichtig, will sie bei der Kasse einreichen.

2 Tage später schreib ich ihr einen Brief, drucke die Suggestion noch mal auf eine Karte, so als Durchhalte-Parole.

Ich trau ihr zu , dass sie es schafft, die hat schon so viel geschafft, mit 73.
Ging vermutlich sogar in Hypnose obwohl in vielen Büchern steht, im Alter wird das schwieriger.

War ein Erlebnis, Lampenfieber oder Kribbeln im Bauch war irgendwie berechtigt, ist immer wieder anders, aufregend, interessant, macht Spaß – und Arbeit die Spaß macht, ist die schönste Arbeit die ich mir vorstellen kann.

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