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Gepostet by on Sep 24, 2013 in Nichtraucher | 1 Kommentar

Verlauf einer Hypnosesitzung – Rauchen aufhören mit Hypnose (oder Isabell und der Stuhlgang)

Klingeling, das Telefon läutet.

“Hallo, hier ist Isabell, ich möchte mit dem Rauchen aufhören.”
“Ich hab aber Angst, dass ich nicht mehr aufs Klo kann, ich kann immer nur wenn ich auf nüchternen Magen rauche und ich hab auch Angst, dass ich zunehme.”
“Alle die dem Rauchen aufhören nehmen zu, mindestens 10 Kilo”
“Können Sie mir helfen?”

“Natürlich, gerne, wann möchten Sie denn kommen?”

Isabell ist eine hübsche blonde Frau, Anfang 40, gut genährt, fröhlich, freundlich und offen. Sie geht regelmäßig zur Kirche, hat vor Jahren ihren Partner verloren, ist immer noch allein. Sie hat das Gefühl es sei Zeit für Veränderung und das Rauchen aufhören sei nur der Anfang.

Wir unterhalten uns ausgiebig, zuhören ist wichtig, damit die Klienten auftauen, Vertrauen fassen, kein Zeitdruck. Ich frage mich, wie es manche Leute schaffen, Ihren Klienten in 50 Minuten zum Ziel zu bringen, mein Vorgespräch dauert länger. Wir reden übers Rauchen, ich erzähle ihr, dass ich selber 30 Jahre lang geraucht habe. Wir sprechen darüber, wer Schuld hat, dass sie die nächste Zigarette rauchen will. Schuld hat die letzte Zigarette, die, die sie draußen ausgedrückt hat, vor ca. 20 Minuten.

Ich schlage ihr vor, sich vorzustellen, dass sie beim Ausdrücken der Zigarette eine Stoppuhr gestartet hat, die jede Minute und Sekunde zählt, solange bis sie sich eine neue Zigarette anzündet. Und das dauert in der Regel nur 30 bis 40 Minuten. Spätestens dann steckt sie sich wieder eine Zigarette an, “ich brauch jetzt eine, ich muss jetzt eine rauchen, weil der Nikotinspiegel sinkt, sinkt sobald ich die Zigarette ausmache”.

Sie soll sich auch vorstellen die Stoppuhr zu starten, sobald jemand anderes eine Zigarette ausdrückt und darauf achten, wann die Person sich die Nächste ansteckt.

Ein interessanter Gedanke, sich diese Vorgänge ins Bewusstsein zu holen. Wir sprechen weiter, auch über Stuhlgang, und dass es geeignete Nahrungsmittel gibt um den Stuhlgang anzuregen und zu regulieren.

Wir sprechen übers Gewicht. Insbesondere die Möglichkeit, jede nicht gerauchte Zigarette durch ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte zu ersetzen. Wir malen uns die Folgen lebhaft aus.

Ein nettes Gespräch, mittlerweile ist die Stimmung fast ausgelassen und Isabell ist voller Erwartung was die Hypnose angeht.

Wir sprechen über Hypnose, was sie ist und was sie nicht ist.
Hypnose ist kein Schlaf, obwohl hypnos in der Übersetzung Schlaf heißt. Ich erzähle ihr, dass zwei Begriffe in Konkurrenz standen, Hypnose und Mono-Idee-ismus. Irgendwie klang Hypnose besser und hat sich durchgesetzt, obwohl der andere Begriff wesentlich treffender ist. Es geht ja um eine Idee, halt eine neue Idee und darum diese Idee für besser zu befinden und sie konsequent umzusetzen.

Also, Hypnose ist kein Schlaf, keine Bewusstlosigkeit, kein willenloser Zustand, sondern ein etwas anderer, ganz natürlicher Bewusstseinszustand.

Irgendwie breitet sich bei Isabell ein wenig Enttäuschung aus. Hypnose hat plötzlich nichts Mystisches mehr, und man ist dem Hypnotiseur dann ja auch nicht völlig ausgeliefert. “Das soll Hypnose sein? Ich bin gar nicht weg, ich krieg wirklich alles mit ?”

“Ja, ist so”, sage ich. “Wär ja auch schlimm, wenn sie weg wären!”
Dann könnte ich mir den ganzen Text ja sparen, ins Cafe gehen, sie in einer Stunde wecken und sagen: “War das nicht eine super Sitzung? Sie waren ja so was von tief in Hypnose….”

Vorgespräch beendet, weiter mit der Raucherentwöhnung.

Die Hypnose beginnt und Isabell lässt sich wunderbar darauf ein, so als wolle sie alles, was möglich ist, noch ein bißchen toppen. Sie geht in Trance, zusätzlich in eine Art Tiefenentspannung und saugt die Suggestionen auf wie ein trockener Schwamm. Der Mund ist leicht geöffnet, ein klitzekleines Lächeln in ihrem Gesicht erkennbar. So ist es schön.

Nun gibt’s klare Anweisungen: Rauchen wird vollkommen gleichgültig, Rauchen wird völlig unwichtig. Stattdessen wird jede nicht gerauchte Zigarette zum Sieg über das Rauchen. Und jeder Sieg über das Rauchen wird zum Erfolgserlebnis.
Und so 20 bis 30 Siege am Tag, so viele Erfolgserlebnisse, das macht richtig stolz und zufrieden.
Und jeden Tag 20 mal stolz und zufrieden, das ist richtig gut für das Selbstbewusstsein.
Und Woche für Woche mehr Selbstbewusstsein, das fühlt sich richtig gut an.
Und so entsteht mit jedem Satz, langsam aber sicher in Isabell das Gefühl ein glücklicher Nichtraucher zu sein.
Am Ende der Sitzung ist sie richtig zufrieden, Sie ist voller Zuversicht, dass sie nie wieder rauchen muss, fühlt sich bereits jetzt schon wesentlich freier.
Isabell ist durch die Hypnose zum Nichtraucher geworden.

6 Monate später haben wir wieder Kontakt, es gibt da noch ein paar Baustellen, die man abarbeiten könnte, eine nach der anderen. Sie war erfolgreich, das Rauchen ist ihr nicht mehr wichtig, es ist sogar lästig.

Mit Rauchern muss sie nicht unbedingt etwas zu tun haben. Manche stinken richtig, die Kleidung, die Finger… und wenn solch ein Mensch, also ein Raucher dann auch noch sagt: Ich rauche, weil es mir schmeckt….
Ja, dann breiten sich Zweifel aus, ob dieser Mensch noch richtig tickt, ob er wirklich weiß, was er das sagt.

1 Kommentar

  1. Eins sehr schöner Artikel zum Thema Hypnose. Zumeist erwarten sich die Menschen irgend etwas anderes davon, mystisch ist gut… Oder: das war Hypnose? Ich habe doch geschlafen :)

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